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07.01.2010

Haltestelle Zollverein

Eröffnung pünktlich zum Kulturhauptstadtjahr

Für die Fahrgäste wird die neue Haltestelle offiziell am Samstag, 9. Januar 2010 in Betrieb genommen.

Das Weltkulturerbe und der Design-Standort Zollverein wird im Kulturhauptstadtjahr 2010 die zentrale Anlaufstelle für Besucher aus aller Welt sein. Daher wird die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr durch den Neubau der Haltestelle in besonderer Weise gestaltet. Reinhold Podbevsek, Leiter der Verkehrswegeplanung und Projektleiter bei der EVAG: „Die Idee hinter dem Projekt Zollverein ist es, eine zentrale Haltestelle, direkt am Haupteingang von Zollverein, vor dem markanten Doppelbock mit Zugang zum Ehrenhof zu installieren.“

Dafür wurde in sehr kurzer Zeit die Fahrbahn der Gelsenkirchener Straße um drei Meter verbreitert, zahlreiche Ver- und Entsorgungsleitungen, sowie 400 Meter Gleise verlegt und eine neue Fahrleitungsanlage installiert, um Fahrgästen auf einem neuen Mittelbahnsteig barrierefreies Ein- und Aussteigen zu ermöglichen.“

Im Gegensatz zu früheren Bauwerken soll die Haltestelle Zollverein trotz Beton deutlich filigraner werden. Die Anlage wird mit einer Überdachung und einem modernen Leit- und Fahrgastinformationssystem ausgestattet. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 1,8 Millionen Euro und die Baumaßnahme wurde zu 85 Prozent durch das Land NRW gefördert. Ausdrücklich gewünscht war es, die Haltestelle bis zum Kulturhauptstadtjahr fertig zu stellen.

Architektenwettbewerb
Gemeinsam mit Stiftung Zollverein wurde letztes Jahr ein Architektenwettbewerb initiiert, um dem kulturellen Anspruch gerecht zu werden. Ziel war es, den geplanten neuen Mittelbahnsteig am Eingang zu Schacht XII am Ehrenhof (Gelsenkirchener Straße 181) so zu gestalten, dass er auf den Besuch des Welterbes vorbereitet und die Orientierung erleichtert. Ferner sollte die Architektur Zollvereins in die Inszenierung mit einfließen. Der Umbau sollte neben den Richtlinien, die für Haltestellen zu beachten sind, die Aspekte der Funktionalität berücksichtigen, sowie die Belange der Langlebigkeit, des Unterhaltungsaufwandes und der Resistenz gegen Vandalismus umfassen. Die drei von einer hochkarätig besetzten Jury ausgewählten Siegerentwürfe des Wettbewerbs wurden mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 4.000 Euro gekürt. Für die Realisierung des erstplatzierten Designentwurfs stand ein Budget von 150.000 Euro zur Verfügung.

Unter den 36 nationalen und internationalen Teilnehmern setzte sich das österreichische Architektenbüro von Marc Remshardt mit seinem Entwurf „wartnichtaufkunst.aberunter“ durch. In seinem Gestaltungsentwurf greift er ein typisches Element der Industrie- und Bahnanlagen auf, um diese neu zu programmieren. Wände und Decke der Haltestelle bieten als „Träger“ Platz für junge, angewandte Kunst im öffentlichen Stadtraum. Angelehnt an die Idee der Straßenbahn, die kommt und geht, wird sich die Haltestelle jedes Jahr neu präsentieren und durch regelmäßige Gestaltungswettbewerbe, die Region künstlerisch mit dem Welterbe verbinden.

Künstlerische Gestaltung
In Kooperation mit dem Kulturhauptstadtprojekt „Urban Playground“ wurde im November 2009 ein erster Gestaltungswettbewerb ausgerufen. Ausgewählt wurde der Entwurf des angehenden Grafikdesigners Clemens Behr aus Dortmund. Der 24-jährige Student arbeitet sowohl zwei- als auch dreidimensional. Sein Gestaltungsentwurf schafft es, durch den Einsatz von grafischen Elementen, der Fläche eine räumliche Tiefe zu verleihen, die die Wände der Haltestelle auflöst und ein durchgängiges Gesamtbild schafft. Die Auswahl trafen die Dezernenten der Dezernate für Umwelt und Bauen sowie Planen der Stadt Essen, der EVAG und der oberen Denkmalbehörde Düsseldorf, der Stiftung Zollverein sowie der verantwortliche Architekt und Vertreter von „Urban Playground“. Zukünftig soll die Haltestelle Zollverein in Verantwortung der Stiftung Zollverein jedes Jahr künstlerisch neu gestaltet und bespielt werden.