Held des Alltags

EVAG-Busfahrer rettet Fahrgast das Leben

28.02.2017 | 09:45

Jörg Gundermann bekam viel Lob vom Vorstand Michael Feller und Uwe Bonan.

Als ein Fahrgast in seinem Bus das Bewusstsein verliert, rettet ihm Jörg Gundermann mit einer Herzdruckmassage das Leben. Die Profi-Retter loben später: ohne sein beherztes Eingreifen wäre Karl-Heinrich Weigand jetzt tot.

Ein Tag wie jeder andere dachte Jörg Gundermann als er am 10. Februar 2017 seinen Dienst auf der SchnellBus-Linie SB 15 begann. Gegen 8.00 Uhr steigt Karl-Heinrich Weigand ein und grüßt Gundermann freundlich. Der 65-jährige fährt regelmäßig mit der EVAG – an diesem Tag ist er auf dem Weg zum Essener Hauptbahnhof, um von dort mit dem Zug nach Leipzig zu fahren. „Netter Fahrgast“, denkt sich Gundermann und lenkt den Bus weiter Richtung Hauptbahnhof. Nur kurze Zeit später spricht ihn ein aufmerksamer Fahrgast darauf an, dass es einem Mann im hinteren Teil des Busses nicht gut gehe und er Hilfe brauche. Jörg Gundermann, der seit dem 1. Mai 2010 als Busfahrer für die EVAG arbeitet, reagiert sofort, fährt rechts ran und stoppt den Bus. Nach einem kurzen Blick auf den Fahrgast, den 65-jährigen Karl-Heinrich Weigand, reagiert Gundermann richtig, ruft die Leitstelle an und bittet diese, einen Krankenwagen zu schicken. Zeitgleich verliert Karl-Heinrich Weigand das Bewusstsein. Ohne groß nachzudenken leistet Gundermann bis zum Eintreffen des Notarztes mit einer Herzdruckmassage Erste Hilfe. „Es kam mir vor wie eine halbe Ewigkeit und es war auch sehr anstrengend. Außerdem war ich mir die ganze Zeit nicht sicher, ob ich das Richtige tue“, erklärt Gundermann. Dass er genau das Richtige getan hat, bestätigte ihm später der Notarzt: ohne das beherzte Eingreifen von Jörg Gundermann hätte Karl-Heinrich Weigand, der im Bus einen Herzinfarkt erlitten hat, nicht überlebt. Nach zehn Tagen auf der Intensivstation und einer OP, geht es Weigand den Umständen entsprechend gut. 

Alles richtig gemacht
Jörg Gundermann hat alles richtig gemacht. „Ich habe in dieser Situation einfach nur funktioniert und versucht, mich an das, was ich in der letzten Schulung vor drei Jahren gelernt habe, zu erinnern.“ Eine tolle Leistung findet auch der Vorstand der EVAG. „Herr Gundermann hat durch sein beherztes Eingreifen Zivilcourage bewiesen und so das Leben von Herrn Weigand gerettet. Das war ein sehr vorbildliches Verhalten, indem er sich nicht weggeduckt, sondern aktiv Hilfe geleistet hat. Wir sind sehr stolz auf ihn“, so Uwe Bonan, EVAG-Vorstand bei der Belobigung am vergangenen Montag. „Für mich sind Sie ein Held des Alltags! Als Busfahrer tragen Sie eine große Verantwortung gegenüber unseren Fahrgästen. Dieser sind Sie am Freitag in besonderem Maße gerecht geworden. Kollegen wie Sie brauchen wir“, erklärt Michael Feller, EVAG-Vorstand und Arbeitsdirektor. Als besonderes Dankeschön wird Jörg Gundermann demnächst zwei Tage vom Dienst freigestellt und ist vom Vorstand eingeladen, nach Mannheim zum Mercedes Benz-Werk zu fahren. Dort nimmt er an einer exklusiven Werksführung teil und wird am nächsten Tag einen der neu bestellten Mercedes Benz Busse nach Essen zum Betriebshof überführen. Für Gundermann der leidenschaftlich gerne Bus fährt („Busfahren ist genial!“) ein tolles Geschenk.

Alle Mitarbeiter im Fahrdienst bei der EVAG nehmen regelmäßig an  Erste-Hilfe-Auffrischungen teil. Seit Anfang 2015 finden die 1-tägigen Kurse im Rahmen der Berufskraftfahrerweiterbildung statt. Neben den Busfahrern nehmen auch Straßenbahnfahrer an diesem Tag teil. So durchlaufen alle Fahrdienst-Mitarbeiter die Auffrischung alle fünf Jahre einmal. „Uns ist wichtig, dass unsere Fahrerinnen und Fahrer gut ausgebildet und für den Ernstfall gerüstet sind“, so Feller.